07. März 2019

Warum die IT Branche keine Männerdomäne ist

Warum die IT Branche keine Männerdomäne ist (shutterstock.com / Gorodenkoff)

Morgen ist Weltfrauentag. Ein guter Grund für uns dem Thema Frauen und IT auch in diesem Jahr wieder Aufmerksamkeit zu schenken. Denn kaum eine Branche verbinden wir mehr mit Männern als die der Informationstechnologie. Das ist eine richtige Männerdomäne, ist die allgemeine Sichtweise, und auf den ersten Blick stimmt das ja irgendwie auch. Zumindest wenn damit gemeint ist, dass vor allem Männer in IT Berufen arbeiten. Eine Männerdomäne in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes Domäne ist die IT aber nicht: ein Spezialgebiet, auf dem sich jemand besonders gut auskennt. Klar gibt es da einige Männer, aber geprägt wird und wurde sie auch von Frauen.

Dieser Artikel soll nicht der dreihundertfünfundzwanzigste Beitrag zur Gender Debatte sein, sondern einfach mal zeigen, dass das Bild der IT Branche etwas einseitig zu sein scheint. Wir finden, zu Unrecht, denn sie bietet ein breites Spektrum mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten.

Alles begann mit einer Frau

Wenn wir auf die Anfänge der Informatik schauen, kommen wir an einem Namen nicht vorbei:  Mitte des 19. Jahrhunderts war die britische Mathematikerin Ada Lovelace die erste Frau im Entwicklungsprozess der heutigen Informatik. Sie schrieb den allerersten Algorithmus und wird daher bis heute als erste Programmiererin überhaupt bezeichnet. In den 1970er Jahren wurde die erste standardisierte Programmiersprache Ada nach ihr benannt, entwickelt für die amerikanische Raumfahrt und Verteidigung.

Im 20. Jahrhundert wurde anfangs nur der letzte Schritt – das Umlegen von Schaltern im Programm auf on oder off – im damals noch von viel mehr Arbeitsschritten geprägten Programmiervorgang von Frauen ausgeübt. Geschichtsbedingt wurde das Programmieren, wie so viele andere Berufsfelder auch, zwischen 1930 und 1950 vor allem Frauensache. Der Softwareentwicklung wurde in den USA damals der Stempel Frauenberuf aufgedrückt. Zu der Zeit gab es Frauen wie die Mathematikerin und Physikerin Grace Hopper, die in den 1940er Jahren für die Navy an der Entwicklung des ersten vollautomatischen Rechners Mark I mitwirkte und später den Compiler konzipierte. Ebenfalls im Auftrag der Navy entwickelte Hedy Lamarr zur Zeit des Zweiten Weltkriegs eine Funkfernsteuerung, die dank selbsttätig wechselnder Frequenzen weitestgehend störungssicher war. Dieser gleichzeitige Frequenzwechsel wird heute z.B. bei Bluetooth und WLAN Technologien angewendet.

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