21. Januar 2017

Digital, mit Werten

Dialogtagung: Kirche, Wirtschaft und Verbände

Aachen. Die digitale Revolution galoppiert ungebremst durch Gesellschaft und Wirtschaft. Lassen sich die damit verknüpften Veränderungen so gestalten, dass menschliche Werte gewahrt bleiben? Unter diesem Gedanken stand die dritte jährliche Dialogtagung von Bistum und Domkapitel in der Aachener Citykirche St. Nikolaus.

Der Generalvikar des Bistums, Andreas Frick, und Dompropst Manfred von Holtum hatten in ihrer Begrüßung das Motto ausgegeben: „Werteorientiert den digitalen Wandel gestalten“. Unter diesem diskutierten rund 120 geladene Gäste von örtlichen Verbänden und Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und Kirche.

Die Veränderungen aus der Sicht der Wirtschaft skizzierte eingangs Professor Frank T. Piller vom RWTH-Lehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement. Dabei zeigte er überraschende Aspekte auf. Wie den, ob ein Software-Algorithmus einkommensteuerpflichtig sein kann – wenn er etwa die Arbeit eines Übersetzers tut und diesen ersetzt.

Drohende Jobverluste und andere Ängste waren auch ein Thema in einer Talkrunde mit Professor Piller, Generalvikar Frick und Professor Joachim Söder, Sozialwissenschaftler an der Katholischen Hochschule. Ein Fazit: Weder unbedarfte Euphorie noch Maschinenfeindlichkeit seien angebracht. „Wenn man am Strand steht und die Flut kommt, nutzt es nichts, Angst zu haben, sondern schwimmen zu lernen“, sagte Söder.

Die praktischen Auswirkungen digitaler Veränderungen beleuchtete unter anderem Stefan Fritz, Geschäftsführer des IT-Unternehmens Synaix. Er betonte die Macht, die der Verbraucher über die Werteorientierung der Geschäftswelt habe. Wenn der Konsument nur auf „Geiz ist geil“ setze, würden Anbieter die neuen digitalen Möglichkeiten auch nur dazu nutzen, Kosten und Preise immer weiter zu senken. Ganzen Beitrag lesen