28. März 2018

Grenzenloses Ladeinfrastrukturnetz für Elektrofahrzeuge in Europa

Grenzenloses Ladeinfrastrukturnetz für Elektrofahrzeuge in Europa (Scharfsinn / shutterstock.com)

Die smartlab entwickelt innovative Dienstleistungen, Produkte und Konzepte für Elektromobilität. Im Fokus steht dabei immer die Vernetzung von Ladeinfrastruktur, denn Ziel ist ein flächendeckendes Netz in ganz Deutschland sowie europaweite Interoperabilität mit anderen Marktakteuren.

Passender Service dringend gesucht

Eine flächendeckende Ladeinfrastruktur und die konkrete Verfügbarkeit von freien Ladestationen ist ein kritisches Merkmal für die erfolgreiche Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Jedoch führte der länderübergreifend unkoordinierte Auf- und Ausbau von autarken Ladenetzen unabhängiger Anbieter initial zu einer Zersplitterung des Marktes mit überwiegend für den einzelnen Fahrer zwar vorhandenen aber nicht nutzbaren Ladestationen.

Bei benzinbetriebenen Fahrzeugen ist man es gewohnt, an jeder Tankstelle unabhängig von der Marke und dem Land, in dem man aktuell ist, tanken zu können. Das galt für Ladeinfrastruktur nicht. Darum musste für die Nutzung der Ladestationen dringend passender Service entwickelt werden, um jedem Fahrer möglichst überall die Möglichkeit zum Tanken bieten zu können.

Die Firma smartlab trat daher an, eine dem im Mobilfunk bekannten Roaming entsprechende B2B-Plattform für E-Mobilität zu entwickeln und zu betreiben: e-clearing.net.

Security, Availability & Compliance

Der Betrieb und das Deployment neuer Features in die Betriebsumgebung waren schnell als geschäftskritisch identifiziert. Ein Ausfall der Plattform im Betrieb oder während eines Updates würde zu Nicht-Verfügbarkeit von zumindest Teilen der europaweiten Ladeinfrastruktur führen. Das galt und gilt es strukturell zu vermeiden.

In dieser Situation wurden wir von synaix als Partner gewählt, um den DevOps-Prozess mit zu designen, den Code zu schreiben und schließlich die Applikations-Plattform in unseren eigenen hochverfügbaren und zertifizierten Rechenzentren zu betreiben.

Gemeinsam mit dem Kunden definierten wir einen mehrstufigen DevOps-Prozess mit folgenden Kernelementen:

e-clearing

Ein Team von drei Programmierern bei synaix entwickelte automatisierte Tests, mit denen die Verfügbarkeit der Plattform jederzeit sichergestellt wird. Parallel zum Produktivsystem wurde ein Testsystem bereitgestellt, in dem die angebundenen Partner und die Entwickler neue Funktionen validieren können, bevor diese nach Abnahme des Kunden ins Produktivsystem eingespielt werden.

Neue Vertragspartner, also weitere Betreiber von Ladeinfrastruktur oder eMobility-Services, werden durch einen einfachen Integrationsprozess in die Plattform aufgenommen: Sie müssen lediglich den Schnittstellenstandard, das von smartlab mitentwickelte OCHP (OpenClearingHouseProctocol), implementieren. So ist eine zeitnahe und nachvollziehbar fehlerfreie Einbindung der Partner gewährleistet.

Das Ergebnis: europaweite Nutzung und Ideenausbau

Viele Marktteilnehmer in Europa realisieren die Authentifizierung und Abrechnung inzwischen über e-clearing.net. Zusätzlich werden Live-Informationen ins System geliefert und daraus entnommen, um die Optimierung der eigenen Geschäftsmodelle voranzutreiben. Die Integration zusätzlicher Anforderungen der Energiewirtschaft wird aktuell spezifiziert und umgesetzt. Aus der Nutzungs- und Betriebsanalyse der Applikations-Plattform sind inzwischen zusätzliche Innovationsideen für die eigene Weiterentwicklung entstanden und teilweise auch schon umgesetzt worden.

Wir freuen uns, gemeinsam mit smartlab die flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in Europa voranzubringen!

(Mahmoud Chatah)

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