31. Mai 2016

Eine Plattform mit integrierter Sicherheit für Apps und Anwender

Eine Plattform mit integrierter Sicherheit für Apps und Anwender - Bild: pixabay.com/geralt

Der Bedarf an einfachen, sicheren Kommunikationslösungen im deutschen Gesundheitswesen ist ungebrochen. Der Nutzen würde sich direkt bei Ärzten, Kliniken und Patienten bemerkbar machen – warum also geht es nur schleppend vorwärts? Vieles, was als contra-Argument ins Feld geführt wird, hat mit Sicherheit zu tun – das könnte sich jetzt ändern.

Das deutsche Gesundheitswesen ist innovationshemmend. Die Idee der Selbstverwaltung, die Gesundheitsversorgung soll nach dem Willen des Staates die Konsensbereitschaft zwischen den Beteiligten, Versicherer (Krankenkassen), Leistungserbringer (Ärzte) und Patienten (Beitragszahler) fördern. Eine hübsche – jedoch allzu theoretische – Wunschvorstellung, doch bahnbrechende und innovative Entwicklungen sind bedingt durch dieses Systemprinzip nur schwer zu erreichen.

Ein schützendes Dickicht lässt auch keine Innovationen durch

Die vielen Vorschriften, Verordnungen und Gesetze in allen medizinnahen Bereichen, wie Pharma, Medizingeräte, Behandlungsprozesse machen die Situation eher schlimmer als besser. Dabei kann ihnen nicht grundsätzlich das Ziel abgesprochen werden, die Menschen schützen und zur Gesundung beitragen zu wollen. Doch in ihrem komplexen Zusammenwirken ist ein Dickicht entstanden, in dem Anbieter für neue Ideen einen langen Atem und vor allem sehr viel Kapital benötigen.

In vielen Bereichen ist die Adaptionsgeschwindigkeit für Neuerungen durch die digitale Transformation in den letzten Jahren rapide gestiegen. Haben die technologische Verbreitung der Dampfmaschine und des Radios noch über 100 Jahre gedauert, sind wir in der heutigen digitalen Welt bei Adaptionszyklen von wenigen Jahren, etwa bei der Verdrängung der SMS durch Messenger-Dienste. Gunther Nolte, Ressortleiter IT/TK der Vivantes-Gruppe sagte in der 42.7: „Was wir bisher aus dem Gesundheitswesen kennen, ist die Evolution neuer Lösungen. Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen, dass die Zeiten vorbei sind, in denen sich etwas langsam entwickelt. Wir müssen der disruptiven Entwicklung ins Auge sehen und versuchen eine Lösung für uns, dem Arzt, der Pflege und nicht zuletzt auch den Patienten anzubieten!“ Das Gesundheitswesen sollte also in den Ring steigen und sich eine Taktik zurecht legen, wie diese neue Möglichkeiten am besten im Sinne des Patienten und auch des Krankenhauses genutzt werden können – und nicht auf den ersten Schlag warten – dieser tut erwartungsgemäß am meisten weh – und dann erst mit dem Denken und Handeln beginnen.

Gesucht: der Accelerator für das Gesundheitswesen

  • Wie kann man diese Adaptionsgeschwindigkeit für innovative Ideen aus der digitalen Welt in das deutsche Gesundheitswesen übertragen?
  • Wie lässt sich das Risiko für die einzelne digitale innovative Idee reduzieren?
  • Lässt sich der Kapitalbedarf für neue digitale Ideen im Gesundheitswesen deutlich reduzieren?

Mit diesen Fragen hat sich das Dortmunder Startup comuny beschäftigt und einen guten Ansatz entwickelt.

Die hohen datenschutzrechtlichen Anforderungen bei allen Apps und Anwendungen im Gesundheitswesen führen zum einen zu hohen Investitionskosten, aber gleichfalls zu hohen Betriebskosten. Denn durch beispielsweise geringe Benutzerzahlen können niemals die Vorteile skalierender Systeme genutzt werden. Um die hohen Kosten über wenige Jahre wieder hereinzubekommen, gehen die Anbieter verständlicherweise dazu über, ihre Lösungen nicht offen zu gestalten, sondern abzuschotten.

Dieser Teufelskreis führt nicht nur zu unrentablen Projekten, sondern vor allem zu Frust und Resignation bei allen Beteiligten. Bei den Anbietern, weil sie die teuren Lösungen nicht verkauft bekommen, und bei den Nutzern, weil sie sich für jeden noch so kleinen Anwendungsfall eine neue Registrierung mit einem weiteren Login beschaffen und merken müssen.

Idealerweise müsste die konkrete Applikation, also die Schicht, die die innovative Idee beinhaltet, von der komplexen Welt der technischen und datenschutzrechtlichen Transaktion getrennt und einzeln betrachtet werden. Damit benötigte ein Anbieter erheblich weniger Energie für die Umsetzung seiner Idee in eine fertige App oder Lösung und könnte die sichere technische Transaktion als fertigen Baustein bei einem Dienstleister zukaufen. Das würde auch das Marktproblem lösen: Denn jeder Nutzer einer Lösung A könnte seine Identität und seinen Login ohne weiteren Aufwand auch zum Zugriff auf andere Applikationen (Lösungen B, C etc.) verwenden.

Sicherheit als Modul

Genau solch eine verbindende Grundlagenlösung hat comuny gebaut. Das Dortmunder Startup hat eine Service-Plattform entwickelt, mit der App-Hersteller und Service-Anbieter über eine API schnell und kostengünstig datenschutz-konforme Anwendungen im Gesundheitswesen entwickeln können. Die Plattform bietet sozusagen die Sicherheitsinfrastruktur für den inhaltlichen Mehrwert von Gesundheitslösungen verschiedener Anbieter.

Startups und Innovatoren sollten sich diese digitale Plattform für das Gesundheitsweisen einmal näher ansehen. Elemente wie Datenschutz und sichere Prozesse sind quasi schon „mit eingebaut“. Das hat den Vorteil, dass sich Gesundheits-Apps über die Plattform ab sofort genauso schnell erstellen lassen, wie beispielsweise jede App für iOS und Android.

Eine echte Chance für Softwareschmieden, Startups und Dienste-Anbieter! Die Plattform hat das Zeug dazu, sich zu einem breiten Anwendungs-Ökosystem mit vielen innovativen Anwendungsfällen für das Gesundheitswesen zu entwickeln.

 

(Stefan Fritz)

stefan.fritz

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