10. April 2015

Gigantischer Erfolg: eine Sache der Größe oder eher des Timings?

Steve Jobs stellt das iPad in San Francisco am 27. Januar 2010 vor. - Foto matt buchanan unter CC BY 2.0-Lizenz

Ist ein Tablet einfach nur ein großes Smartphone? Als Apple vor fünf Jahren das iPad vorstellte, wurde das unhandlich erscheinende Gerät von vielen zunächst belächelt und die Skepsis war groß. Eigentlich war die Idee ja nicht gerade neu: Microsoft hatte mit seinem „Microsoft at Work“ schon Jahre zuvor einen digitalen Begleiter im Schreibblock-Format entwickelt, der nie in den Handel kam. Und auch Apple hatte mit seinem PDA Newton in den 1990er Jahren nicht wirklich Erfolg. Erst 2010 kam der große Durchbruch für die Gattung Tablet-PC mit dem iPad, einem persönlichen Assistenten mit Touchscreen und mobiler Anbindung.

Liegt der Erfolg daran, dass die gewünschten Informationen auf Tabletts besser zu lesen sind, und man als Nutzer deswegen für viele Aufgaben des täglichen Lebens keinen PC mehr benötigt? (Schließlich ist so ein Tablet immer einsatzbereit, es erspart die Wartezeit beim Einschalten und ist dabei auch noch leichter, handlicher etc.) Liegt es also kurz gesagt an der „richtigen“ Größe?

Oder gründet der Erfolg doch eher auf anderen Faktoren?
Was wäre geschehen, wenn zuerst das iPad und dann das iPhone auf den Markt gekommen wäre (so wie es angeblich der Traum von Steve Jobs war)? Hätte das iPad dann einen vergleichbaren Boom und die Entwicklung von zahlreichen Konkurrenzprodukten auslösen können?

Wahrscheinlich nicht. Denn es wäre wesentlich schwieriger gewesen, uns Nutzern die Vorteile dieser Technologien zu vermitteln und das iPad wäre vermutlich als Nischenprodukt ähnlich den PDAs in den 1990er Jahren geendet. Denn für einschneidende technologische Umwälzungen ist das Timing in der Regel wichtiger als die technologische Innovation!

(Barbara Schilling)

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