11. April 2014

Microsofts Coup: Office 365 fürs iPad und Nachhilfe in Sachen Marketing

Mit der Verfügbarkeit von Office 365 für das iPad bringt Microsoft seine Cash Cow in die Cloud und auf´s Tablet. Das Abomodell für die Nutzung ist zwar neu, aber bei der Gesamtstrategie lassen sich doch Parallelen zur Verbreitung des Office- Paketes vor 20 Jahren finden. Das Abo erlaubt fünf PC bzw. Mac- Installationen und fünf iPad Nutzer; aber rein technisch gesehen kann man das Office- Paket auch auf mehr iPads verwenden, wenn man die Konto- Infos hat.

Das Konzept ist sinnvoll für Familien oder Gruppen, die Office 365 gemeinsam nutzen und mit diesem Ansatz werden die iPad Nutzer auch noch belohnt. Durch die Möglichkeit, das Abo auch außerhalb des Appstores abzuschließen, mindert Microsoft nicht nur Apples Store- Einnahmen, sondern verhilft den Nutzern zu wirklich preiswerten Lizenzen: Bei Amazon kostet die Microsoft Office 365 Home – 5PCs/MACs – 1 Jahresabonnement – multilingual (Product Key Card ohne Datenträger) derzeit unter 70 Euro – das macht bei 5 Personen auf die 12 Monate umgelegt gerade mal gut 1 Euro pro User im Monat. Da kann ja wohl keiner mehr meckern…

Damit pusht Microsoft wieder die Office Nutzung im Privatbereich mit dem Ziel, davon langfristig auch in anderen Bereichen zu profitieren: weil alle so nett an die Bedienung gewöhnt sind und dann auch im Büro danach rufen. Diese Strategie ist ja schon mal aufgegangen. „Damals“  hatte Microsoft die Verbreitung der Office Produkte über Raubkopien geduldet. Jetzt gehen sie geschickter vor und schaffen es sogar, Fachmagazine in ihre Marketing Strategie einzubinden: cnet berichtet über die Lizenzlücke und die Möglichkeit, Office auf mehr als 5 iPads zu nutzen und zitiert einen Microsoft Sprecher mit den Worten „wir vertrauen darauf, dass die Nutzer sich an die Vorgaben ihre Endkundenvereinbarung halten“.

Endlich haben wir eine Office Version, mit der wir auch jederzeit und unterwegs auf dem Tablet Dokumente, Tabellen und Präsentationen erstellen oder weiterbearbeiten können. Aber vielleicht hat Microsoft mit seinem mobilen Officepaket zu lange gewartet: Denn so genial dieser Schachzug auch ist, er setzt auf das iPad als Tablet und nicht auf das Mircrosoft-eigene SurfaceTablet, das damit vermutlich dem Tode geweiht ist. Wahrscheinlich haben die Microsoft Leute auch genau deshalb so lange gewartet.

Toll ist es in jedem Fall, mal zu erleben, dass der sonst in Sachen Marketing etwas unglücklich agierende Konzern es diesmal geschafft hat, selbst Zeitschriften und Blogger in seine Kampagne einzubeziehen, die ganz erfreut über die angebliche Lizensierungslücke im aktuellen Microsoft Produkt diskutieren. Das ist endlich mal wieder gutes Marketing aus Redmond!

Wir sind also live dabei in der Entscheidungsschlacht um die Cash Cow Office und die Zukunft von Microsoft: Vieles haben die Microsoft Leute richtig gemacht. – Ob wirklich alles, das wird die Zukunft zeigen.

(Barbara Schilling)

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